Männergesundheit
Männergesundheit

Frauen forschen für Frauen. Forschen Männer auch für Männer? Männer haben einen anderen Zugang, ein anderes Empfinden und Verständnis, wenn es um ihre Gesundheit sowie körperliche und seelische Integrität geht. Wer sich täglich professionell mit Männern zu befassen hat, ist geneigt, die Kausalkette der drei Ks - Karriere, Konkurrenz, Kollaps - für Männer zu reklamieren. Identitätsprobleme des Mannseins schlagen sich häufig auf ihre Gesundheit nieder. Unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten ist dieser Themenbereich jedoch bisher kaum erforscht. Denn Gesundheit wird mit dem sozialen Geschlecht noch so stark in Verbindung gebracht, dass eine Beschäftigung damit Männer in den Ruf mangelnder Männlichkeit bringen würde.

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Männergesundheit

Potenzstörungen bei Männern
Potenzstörungen bei Männern
Erektile Dysfunktion (ED)

Schon beim ägyptischen Osiris, beim phönizischen Adonis und beim biblischen König David wird Impotenz zum Thema. Die erste Beschreibung männlicher Impotenz findet sich auf einer 4000 Jahre alten ägyptischen Papyrusrolle. Heute leiden 20 Prozent der Männer in Deutschland an Störungen der Erektionsfähigkeit. Um den Begriff Impotenz (Unfähigkeit) zu vermeiden, wird der Terminus erektile Dysfunktion (ED) verwendet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die ED als Unfähigkeit definiert, eine ausreichende Erektion des Penis zu erreichen und / oder aufrechtzuerhalten, um einen befriedigenden Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Die Ursachen eines Potenzverlust oder einer Erektionsschwäche sind vielfältig. Es wird zwischen organischen und psychisch bedingten Ursachen unterschieden. Jedoch trägt das männliche Geschlechtshormon Testosteron weniger als angenommen zur Erektion und zur sexuellen Potenz bei. Testosteron ist zwar für den Sexualtrieb, das Verlangen, die Libido mitverantwortlich, jedoch weit weniger für die Gliedversteifung, als die Anti-Aging-Industrie weismacht.

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Potenzstörungen

Krankheitsvorbeugung am Beispiel des Prostatakrebs
Krankheitsvorbeugung am Beispiel des Prostatakrebs

In Deutschland werden jährlich etwa 31.500 neue Fälle von Prostatakrebs entdeckt. Er ist mittlerweile der am häufigsten diagnostizierte bösartige Tumor beim Mann. Krebserkrankungen sind stärker von Umwelteinflüssen geprägt als lange angenommen. Studien belegen bei Dickdarm-, Brust- und Prostatakrebs den Einfluss von Umweltfaktoren. Untersuchungen legen nahe, dass Lebensstilfaktoren wie Ernährungsgewohnheiten einen Einfluss auf das Prostatakrebsrisiko haben können. Dem Prostatakrebs kann somit vorgebeugt werden. Vorsorge bedeutet zum einem: je eher der Tumor entdeckt wird, desto besser stehen die Heilungschancen. Zum anderen gibt es Möglichkeiten, Umweltfaktoren und einen für die Krebsentstehung riskanten Lebensstil zu beeinflussen. Deshalb kommt der Vorsorge eine entscheidende Bedeutung zu. Männer ab dem 45. Lebensjahr sollten einmal jährlich eine Prostata-Vorsorgeuntersuchung vornehmen lassen. Zwar kann die Krebsvorsorgeuntersuchung Krebsentstehung nicht verhindern, aber dafür sorgen, dass ein Frühstadium diagnostiziert und so geheilt wird.

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Krankheitsvorbeugung

Arbeiten oder zweckfrei verweilen?
Arbeiten oder zweckfrei verweilen?

Männer erkranken häufiger und schwerer als Frauen. Sie sind in vielen Aspekten anders als Frauen - sie sind anders gesund, anders krank, leben anders, kennen ihre Körperdaten nicht und wissen wenig über deren Bedeutung. Der Mann verbringt mehr als die Hälfte seines Lebens in Beruf und Arbeit. Menschen mit intakten sozialen Bindungen hingegen werden weniger krank; die Lebensqualität und die Lebenserwartung sind höher. Dazu bedarf es der Erkenntnis und des männlichen Willens, behutsam mit den Ressourcen des Körpers umzugehen. In unserer Gesellschaft, in der die weiblichen Tugenden der Kommunikationsfähigkeit gefragt sind, ist Männlichkeit vielleicht gar nicht mehr in der Form, wie sie klischeehaft bekannt ist, zeitgemäß. Männer mögen weniger hart arbeiten und dafür mehr spielen. Sie mögen wieder lernen, dass zweckfreies Verharren im Augenblick und Müßiggang ganzheitlich gesund sein kann. Männer mögen weniger Geld verdienen und weniger ausgeben. Dann werden sie auch für andere weniger gefährlich und werden zwangsläufig gesünder länger leben.

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Arbeiten oder verweilen

Der schwierige Patient
Der schwierige Patient
Wie Männer mehr für ihre Gesundheit tun können

Das Selbstverständnis vom harten Kerl und Ernährer prägt noch heute viele Männer. Aus gesundheitlicher Sicht steht fest: Das starke Geschlecht schwächelt. Eine Ursache ist der männlicher Umgang mit den eigenen Ressourcen. Weitere Minuspunkte sammeln Männer als Untersuchungsmuffel. Nur 18 Prozent nehmen Früherkennungsangebote wahr. Es gibt zwei Haupttypen: Der “eingebildete Kranke“ jammert, er sei krank, und setzt das in der Beziehung ein. Der “Arnold Schwarzenegger“ ist dagegen der starke Mann, der keine Schwächen zeigt und Krankheit verdrängt. Beide gehen nicht zur Vorsorge. Der erste braucht die Krankheit, weil er sie in der Partnerschaft funktionalisiert hat; der zweite weist Kranksein von sich. Sie sollten sich fragen: Was heißt es eigentlich, “Mann“ zu sein? Denn das bedeutet: Verantwortung für sich und seine Gesundheit zu übernehmen, der Realität ins Auge zu sehen - und rechtzeitig zum Arzt zu gehen.

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Schwieriger Patient

 Was ist ein Männergesundheitstag?
Was ist ein Männergesundheitstag?

Dezentrale, also lokal von einer Gruppe engagierter Ärzte fächerübergreifend organisierte Männergesundheitstage sind unter bestimmten Voraussetzungen ein wertvolles und effektives Informations- und Motivationsforum für interessierte Laien. 2002 sind an mehreren Orten in Deutschland in Großstädten, kleineren Orten und Universitäten Männergesundheitstage veranstaltet worden. Immer waren Urologen mit dem Anspruch, die Bedürfnisse der Männer am besten zu kennen, die Initiatoren. Urologen werden wegen ihrer langjähriger Erfahrungen von vielen Männern schon auf Grund der anatomischen Merkmale und Besonderheiten der Genitalsphäre als "ihren Arzt“ angesehen. Ein Männergesundheitstag soll für die Belange der Verbesserung des männlichen Körperbewusstseins, des Verständnisses für Vorsorge und Achtsamkeit und des adäquaten Umganges mit Gesundheit und Krankheit im wahrsten Sinne des Wortes ansteckend wirken.

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Männergesundheitstag

Planung eines Männergesundheitstages
Planung eines Gesundheitstages

Gesundheitstage sind Informationsveranstaltungen über wichtige, die große Masse der Bevölkerung tangierende Gesundheitsthemen. Besonders eignen sich sogenannte Volkskrankheiten wie Herzinfarkt, Bluthochdruck, Diabetes, die hervorstechendsten Krebskrankheiten und andere Bedrohungen größeren Ausmaßes. Immer steht der präventive Anspruch, der Vorsorgecharakter im Vordergrund. Ein Gesundheitstag ist in erster Linie ein Informationsforum, auf dem der Teilnehmer interaktiv eingebunden wird. Man kann entweder bestimmte Bevölkerungsschichten, Risikogruppen, oder Frauen bzw. Männer als gesundheitsspezifisches oder soziales Geschlecht gezielt ansprechen. Veranstalter oder federführende Organisatoren oder Verantwortliche sind am besten Ärzte, Ärztegruppen oder andere im Thema wissenschaftlich verhaftete Professionals.

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Gesundheitstagsplanung

Männergesundheitstag 2002
Männergesundheitstag 2002

2002 veranstaltete der "Allgemeine Verein für Urologie und urologische Onkologie Rhein - Ruhr e.V." (AVUR e.V.) in Duisburg einen Männergesundheitstag, der von der Ärztekammer und den lokalen Gesundheitsbehörden unterstützte wurde. 2000 Gäste und 200 Ärzte verschiedener Fachrichtungen besuchten die Veranstaltung und nutzten die Vorträge zu Gesundheitsrisiken der Männer, Sexualität, Prostata, Hormonstörungen, Krebsvorsorge, Prävention, Ernährung und Fitness. Viele Männer interessierten sich für Strategien zur Stressbewältigung. Erstaunlich war die Akzeptanz der Frauen. Sie waren allein oder in Begleitung ihres Mannes gekommen - frei nach der wissenschaftlichen Erkenntnis: "Männer in guter sozialer Bindung leben gesünder und länger!" Der Männergesundheitstag vermittelte, dass Gesundheitsfürsorge und Vorbeugung nichts ist, was weh tut, langweilt, eines Mannes nicht würdig ist oder ihm gar peinlich sein muss.

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Gesundheitstag 2002