Lebensführerschein
Mit einem Führerschein hat es so seine Besonderheiten. Er ist für
die meisten modernen Menschen die wichtigste amtlich dokumentierte Befähigung.
Der Führerschein soll beweisen, dass sein „Inhaber“ fähig
ist, sich nach bestimmten Regeln im Straßenverkehr zu bewegen. Damit
ist ein Führerschein auch eine Fahrerlaubnis. Er ist in den allermeisten
Fällen hilfreich. Er kann auch nur Können vorgaukeln. Er kann
auch gefährlich werden.
Heutzutage machen Sie ihn
mit siebzehn Jahren, so dass Sie ihn mit dem achtzehn Lebensjahr besitzen.
Die meisten behalten ihn
bis zum Ende ihrer geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit.
Einige verlieren ihn, weil man ihnen Fahr- und Verfahrensfehler nachgewiesen
hat. Das ist schmerzhaft aber gut. Denn es ist oft heilsam. Das Führen eines Fahrzeugs (daher kommt der Ausdruck Führerschein)
ist das eine.
Nun, wie ist es aber mit einer anderen, allumfassenden Befähigung
bestellt? Wie steht es mit unserer Lebensführung.
Gehen wir einmal davon aus, dass die Schule und Familie neben Wissensvermittlung
den Grundstein zum Erwerb von Lebenszielen darstellt (und auch hierzu
geeignet ist), so ist damit noch nicht zwangsläufig der Erwerb von
Lebensführung verbunden:
- Bisher: keine Lebensführungsprüfung,
kein Schein.
- Kein Dokument, kein nachhaltendes Couching,
keine Erfolgskontrolle.
- Es sei denn Misserfolg
würde offensichtlich.
Mit dem Terminus Lebensführung wollen wir auf
eine kontinuierliche, nachhaltige, ganzheitlich lebensbegleitende Erarbeitung
und Qualitätskontrolle unseres sozialen, körperlichen, geistigen
und seelischen Lebensstils aufmerksam machen.
Wir wollen nahe legen (vielleicht
sogar beweisen), dass es dafür eines gewissen Lebensführerscheins
oder bestimmter Zertifikate bedarf: Kinder-/Jugend-FS, Ehe-FS, Erziehungs-FS,
Gesundheits-FS,
Senioren-FS.
Der Lebensführerschein ist als ein virtuelles Dokument zu verstehen.
Dieses soll uns selbst tagtäglich an die Ermächtigung, den Erwerb
der Befähigung erinnern, sich dem Leben in all seinen Schönheiten
und allem Wunderbaren hinzugeben, aber auch mit den Risiken, Unzulänglichkeiten,
Unbilden und Fallstricken positiv fertig zu werden.
Die hier auf langjähriger, mitunter schmerzhafter
Erfahrung fußenden Empfehlungen zum internen Erwerb eines Lebensführerscheins
sind nicht wie die Straßenverkehrsordnung, die man weg legt, wenn
man die kleine Plastikkarte in die Hand bekommt.
Der Lebensführerschein wird täglich nachgehalten, aktualisiert,
erneuert. Er soll wie ein allabendlicher Spiegel wirken. Die ständig
wechselnden Lebenssituationen und Abschnitte erfordern dies.
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