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Sich seiner Gesundheit bewusst werden

[Wellness]


Gesundheitsbewusstsein und Achtsamkeit gegenüber sich selbst und dem Anderen bedingen sich. Gesundheitsbewusstsein erfordert zunächst, seine Gesundheit als biologische und soziale Größe wahrzunehmen. Gesundheitswahrnehmung heißt auch, Gesundheit für wahr nehmen. Auch Krankheit wahrnehmen und für wahr nehmen, akzeptieren statt verdrängen, ist hierin enthalten: kurz - mit seinem Körper in ständiger Tuchfühlung sein. Hieraus entwickelt sich wie von selbst das Bedürfnis nach einem pfleglichen, Wohlbefinden erzeugenden Umgang mit sich selbst. Wellness kann ein guter Zugang in diesem Sinne sein.
Wellness ist, so Donald Ardell, ein Wegbereiter der Wellnessbewegung in den USA, zu einem Teil ein Lebensstil, zu einem anderen Teil eine Lebensphilosophie: Wellness ist ein bewusstes Sich-Engagieren für persönliche Exzellenz. Wellness basiert auf einem klaren Verantwortungsgefühl für die eigene Gesundheit und darüber hinaus für umfassende Lebensqualität. Wellness umfasst die körperlichen, seelischen und geistigen Aspekte des Seins. Ein Wellness-Lebensstil ist eine Art von Lebenskunst. Wenn man diese bewusst entwickelt und stets durch neue Erfahrungen und neues Wissen verbessert, dann verstärken sich die Perspektiven für ein gutes und erfülltes Leben auf dramatische Weise. Das ist immer verbunden mit persönlicher Exzellenz in Feldern wie Fitness, Zeit- und Stressmanagement mit Wertschätzung der eigenen Person wie auch einem entsprechenden konstruktiven Umgang mit sich selbst. Wellness erfordert eine nie endende Neugier für Vorhaben, Werte und den Sinn des Lebens.

Das aus Amerika importierte Wellness-Konzept basierte vor 60 Jahren auf dem Ziel, Kosten der Krankenversicherung zu senken. Durch gesunde Lebensweise der Beschäftigten und Programme zur Krankheitsvorbeugung wollten die Betriebe krankheitsbedingte Fehlzeiten reduzieren. Diese Entwicklung erlebte zeitgleich in der deutschen Großindustrie eine Parallele, jedoch ohne vermarktbare Namensgebung. Das Organisieren von Kur- und Ferienaufenthalten in schönen Orten im Allgäu oder an der See für abgearbeitete Bergmänner und Hüttenarbeiter und deren Familien, das kostenlose Vorhalten von Bäder-, Schwimm- und Saunaeinrichtungen in direkter Nähe der Betriebe, sowie die betriebseigenen Sportvereine und Freizeiteinrichtungen wie Kegelclubs, Gesangvereine und andere kulturelle Angebote zielten in eben diese Richtung: Gesunderhaltung auch als Erhalt beruflicher Leistungsfähigkeit und sozialen Wohlergehens. Aber verfolgten nicht schon im vorletzten Jahrhundert die vorbeugenden Maßnahmen des Sebastian Kneipp (1821-1897), von denen die wissenschaftlich untersuchten und als effizient belegten Therapiekomponenten wie Wasser, Licht, Luft und Bewegung als Reize zur Stärkung des Organismus längst allgemeine Anerkennung gefunden haben, die gleichen Ziele wie Wellness heute? Nur schwer vermag sich unsere heutige Wellness-Gesellschaft auf die fünf Kneipp´schen Säulen reduzieren, nach denen vor allem eine natürliche Behandlung durch Wasseranwendung, Heilpflanzen, Bewegung, einfache Ernährung und eine disziplinierte Lebensordnung Wohlergehen bewirkt. Ausreichen würde es für die Erziehung zu einer besseren Körperwahrnehmung und einem daraus resultierenden Gesundheitsbewusstsein allemal!

 

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