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Das aus Amerika importierte Wellness-Konzept basierte vor 60 Jahren auf dem Ziel, Kosten der Krankenversicherung zu senken. Durch gesunde Lebensweise der Beschäftigten und Programme zur Krankheitsvorbeugung wollten die Betriebe krankheitsbedingte Fehlzeiten reduzieren. Diese Entwicklung erlebte zeitgleich in der deutschen Großindustrie eine Parallele, jedoch ohne vermarktbare Namensgebung. Das Organisieren von Kur- und Ferienaufenthalten in schönen Orten im Allgäu oder an der See für abgearbeitete Bergmänner und Hüttenarbeiter und deren Familien, das kostenlose Vorhalten von Bäder-, Schwimm- und Saunaeinrichtungen in direkter Nähe der Betriebe, sowie die betriebseigenen Sportvereine und Freizeiteinrichtungen wie Kegelclubs, Gesangvereine und andere kulturelle Angebote zielten in eben diese Richtung: Gesunderhaltung auch als Erhalt beruflicher Leistungsfähigkeit und sozialen Wohlergehens. Aber verfolgten nicht schon im vorletzten Jahrhundert die vorbeugenden Maßnahmen des Sebastian Kneipp (1821-1897), von denen die wissenschaftlich untersuchten und als effizient belegten Therapiekomponenten wie Wasser, Licht, Luft und Bewegung als Reize zur Stärkung des Organismus längst allgemeine Anerkennung gefunden haben, die gleichen Ziele wie Wellness heute? Nur schwer vermag sich unsere heutige Wellness-Gesellschaft auf die fünf Kneipp´schen Säulen reduzieren, nach denen vor allem eine natürliche Behandlung durch Wasseranwendung, Heilpflanzen, Bewegung, einfache Ernährung und eine disziplinierte Lebensordnung Wohlergehen bewirkt. Ausreichen würde es für die Erziehung zu einer besseren Körperwahrnehmung und einem daraus resultierenden Gesundheitsbewusstsein allemal!
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